Nach seinem Abi stand fest: „Ich bereise die Welt.“ Der heutige Geschäftsführer von Gusti Leder war schon immer ein Mann des Abenteuers. „Just Do It“ könnte ihm dick und fett auf der Stirn geschrieben stehen oder auch einfach „No risk no fun“. Dass er dieses Abenteuer nach seiner einjährigen Reise vor allem durch Südostasien fortsetzen würde, ahnte bis dahin noch niemand.

Man schreibe das Jahr 2006. Angekommen in der Hansestadt Rostock, entschied sich Jungspund Christian für ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Doch die Theorie allein reichte ihm nicht und so begann er kurzerhand ein Gedankenexperiment, um sein Erlerntes praktisch anzuwenden. Der Kernpunkt seiner Idee? Ledertaschen!

Der passionierte Weltenbummler konnte auch die Zeit des Studiums optimal nutzen, um seine Leidenschaft des Reisens voll und ganz auszuleben – dabei stets verbunden mit unternehmerischen Tätigkeiten.
So erfolgte im Jahr 2007 eine Reise quer durch Marokko. Als hätte man es ahnen können, lernte Christian während seiner ersten Backpacker-Reise durch Marokko die ersten dort ansässigen Produzenten kennen. Die Idee nahm Gestalt an.

Der Import von Lederwaren kam gut an in der Metropole Norddeutschlands, so gut, dass es sich lohnte, einen kleinen Laden anzumieten. So ließ der Entschluss, einen in die Tage gekommenen Laden wieder herzurichten, nicht lange auf sich warten. Keine Heizung, kein fließendes Wasser und eine Ladenmiete von unter 150€ ermöglichten es einem Studenten mit bescheidenen finanziellen Mitteln. Immer mehr und mehr wurde das Projekt mit dem Namen Gusti Leder, über dessen Namensursprung wir schon berichteten, zu einer Herzensangelegenheit.

Das Jahr 2008 stand unter dem Motto: Selbst ist der Mann. Der völlig baufällige Laden beanspruchte eine Menge von Christians Zeit, um wieder in Schuss gebracht zu werden. So wurde der Laden parallel zum Studium eigenhändig renoviert und saniert. Während dieser Phase kamen die Lederwaren noch unter Freiluft-Bedingungen an den Mann (oder die Frau), denn Christian zahlte einem Kutterbesitzer in Warnemünde Miete, um Ledertaschen und –armbänder auf seinem Steg verkaufen zu können. Dass der Weg mit der Bahn und den vielen Taschen und Accessoires nicht immer ganz einfach gewesen sein dürfte, kann man sich gut vorstellen.

Die harte Arbeit zahlte sich schließlich aus und nach zahlreich verbrachten Stunden für Sanierung und Renovierung stand er endlich in seinem ersten eigens eröffneten Laden in der Budapester Straße in Rostock. Wenn er mal nicht in den Vorlesungen war, konnte man ihn stets in seinem Laden beim Arbeiten antreffen. Doch irgendwie war schon am Tag der Eröffnung klar: Diese Straße konnte man wirklich nicht als Flaniermeile Rostocks beschreiben, denn nur wenige gingen hier shoppen…

Zwischenbilanz im Jahr 2008: Ein Verkaufsstand in Warnemünde, ein eigener Laden und eine Handvoll Geschäfte, die Christian mit seinen Taschen belieferte.

Einen Einblick in das Ladengeschäft: Links die ersten Ledertaschen und rechts der Verkaufstisch mit Bildschirm und Netbook. Der junge Mann auf dem Fahrrad ist übrigens Christian. Etliche Kilometer hat er in der Woche zurücklegen müssen, denn er hat immer eine neue Tasche vorbeigebracht, wenn ein von ihm belieferter Laden Taschen verkauft hatte. Aber für einen ehemaligen Leistungs-Radsportler sollte das kein großes Hindernis dargestellt haben. (-;

Ein Glück befand sich Christians damalige WG direkt über dem Laden. Die ersten Mitarbeiter hatten es also in seine Küche, die als Aufenthaltsraum fungierte, gar nicht weit.

Die Devise des Jahres 2010? „Einfach mal was wagen.“ Dass sich der erste Laden nicht als Mekka der Shopaholics entpuppte, war ja schon am Eröffnungstag zur traurigen Wahrheit geworden. So ergriff Christian Maßnahmen und veränderte die Lage des Ladens. Der Entschluss, einen neuen Laden mit besserem Standort zu mieten, wurde schließlich belohnt und stellte sich schon bald als Pilgerstätte für begeisterte Einkäufer heraus.
PS.: Sein Studium zum Diplom-Volkswirt hat er in der Zwischenzeit erfolgreich absolviert.

Gusti Leder Geschäftsstelle
„Ich habe nie gesagt, dass ich davon leben will. Das ging auch nicht.“, dachte er damals. Aber dann kam der Internetverkauf dazu und aus dem damaligen Gedankenexperiment mit dem Namen Gusti Leder wurde etwas viel Größeres, als man sich zum Anfang hätte vorstellen können. So erfolgte 2013 der Umzug der Geschäftsstelle in größere Räumlichkeiten.

Zwischenbilanz für 2014?

Aktuell beschäftigt Gusti Leder an die 60 Mitarbeiter und hat eine Produktpalette von 450 Artikeln vorzuweisen. Gusti Leder Gründer und Geschäftsführer Christian Pietsch ist nun auf dem richtigen Pfad angelangt und hat sich Hals über Kopf mit Gusti Leder ins nächste Abenteuer gestürzt. Was er dazu sagt? „Einfach mal machen.“ Und so sind wir stets bestrebt uns zu verbessern und den Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden.

Gusti Leder – von uns für Sie.