Sonnig, extrem warm, sauber, bunt, Koffer nicht da und – warum tragen alle eine Jacke??

Sorry, aber erste Impressionen sind meist wenig blumig, sondern ziemlich simpel jeweils in einem Wort oder einer Wortgruppe auf den Punkt gebracht.
Aber fangen wir von vorne an. Aus dem Flugzeug ausgestiegen, machten wir uns auf den Weg zur Gepäckabholung. Hätte ich bloß eine Reisetasche von Gusti gehabt, denn die Menschheit hat anscheinend beschlossen alle schwarzen Koffer dieser Welt aufzukaufen und auch nur diese zu benutzen. Damit man seinen dann jeweils von den anderen schwarzen Koffern unterscheiden kann, bindet jeder Reisende natürlich noch ein bis zwei Bändchen um den Griff – auch wir… (deren Farbe entfiel mir übrigens schon, während ich ihn noch in der Hand hatte) Also heißt es konzentriertes Umherschauen und Suchen.
Und siehe da! Einer von vier Koffern kam auch tatsächlich mit uns an.

Aber egal, wir lassen uns davon keine schlechte Laune machen, wir sind schließlich im Sunshine State und auf dem Weg zu unserem Hotel nach Miami Beach. Die restlichen Koffer wurden übrigens zuverlässig am nächsten Morgen zu unserer Rezeption transportiert. Also kein Grund zum Schmollen, ab an den Strand und die restliche Umgebung erst einmal erkunden. Weit weg von der kalten Heimat schlüpfen wir in unsere Sommersachen und machen uns auf den Weg. Wer einheimisch ist, oder schon länger dort Urlaub macht, erkennt man übrigens sofort. Die Damen tragen ein Jäckchen, die Herren ein Langarm-Shirt oder leichten Pullover. Warum bloß? Es ist wirklich verdammt warm.

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Miami ist faszinierend.

Diese Stadt hat eine beeindruckende Entwicklung und Geschichte vorzuweisen und heute, im Jahr 2015, feiert sie ihr 100 Jähriges Jubiläum. Davor war Miami lediglich ein kleines Fischerdorf. Als ein Herr Henry Flagler dann die Eisenbahnstrecke dort hinunter verlängerte, um Zitrusfrüchte in die kälteren Regionen zu transportieren, begann der Wandel. Es folgten, wie in einem strategischen Computerspiel, erst die Landwirtschaft, dann Immobilien, der Tourismus und Straßen, Brücken, sowie Flugplätze. Irgendwann zwischen 1920 und 1933, zu Zeiten der Prohibition, zog es auch Al Capone von Chicago in die Sonnenstadt. In den 1960er Jahren flohen mehrere 100.000 kubanische Flüchtlinge von Havana nach Miami, wobei sich viele von ihnen nahe des Flusses niederließen. Diesen Ort nennt man heute Little Havana.

Wir natürlich hin da. Strecken und Entfernungen sind in ganz Amerika jedoch eine vollkommen andere Angelegenheit als bei uns in Deutschland. Dies komplett ignorierend machen wir uns also zu Fuß auf den Weg von der Innenstadt zu diesem sehenswerten Stadtteil. Mit dem Daumen auf der Straßenkarte kurz abgeschätzt – 30min Laufzeit.

1,5 Stunden später…
Ich fasse es kurz, Little Havana haben wir auf diesem Weg nicht erreichen können, obwohl wir dem Ziel (die sehenswerte Straße für Touristen lag in der Parallelstraße) wirklich sehr nahe waren.
Wie in jeder großen Stadt auf der Welt gibt es auch in Miami Hop-on-Hop-off Busse. Sie fahren zu jedem Platz, der etwas Sehenswertes oder Einkaufsstraßen zu bieten hat. Man kann beliebig ein- und aussteigen und sich dort so lange aufhalten wie man möchte. So erreichten wir Downtown Miami, Jungle Island, South Point, Biscayne Boulevard und zu guter letzt doch noch Little Havana.

miami2Es gibt jedoch noch weitaus mehr wundervolle Plätze, die mit den Bussen angefahren werden. Der Biscayne Boulevard liegt direkt am Meer mit einer kleinen Einkaufstraße und verschiedenen Bars und Cafés. In unmittelbarerer Nähe befindet sich auch das Hardrockcafé und die American Airlines Arena der Miami Heats.

 

 

 

 

 

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Wir entschlossen uns bereits vor dem Urlaub, zu einem Footballspiel der Miami Dolphins zu gehen – WAHNSINN!!

Aber mehr Fotos und Videos dazu und unsere Alligatorerlebnisse in den Everglades, sowie die Tour mit dem Thriller Speedboat, gibt es im nächsten Teil von „Mit HELEN nach MIAMI – Teil 2“.